Archive for ◊ August, 2010 ◊

Author: admin
• Donnerstag, August 12th, 2010

Australien liegt mehr als 10.000km von Deutschland entfernt. Nicht umsonst bezeichnet man das Land der ehemaligen Strafkolonien auch „Down Under“, also „unten, darunter“. Auch den Australiern ist dieser Begriff geläufig und sie sind sehr stolz auf ihr eigenes Land und den kleinen aber feinen Unterschieden zu den Ländern „weiter oben“. Einen dieser Unterschiede betrifft zur Zeit den Wohnungsmarkt.
eigenheim australien
Vor Kurzem habe ich im österreichischen Nachrichtendienst ORF sowie in Der ZEIT gelesen, dass der Immobiliencrash in Australien (noch) nicht angekommen ist. Im Gegenteil: Australien ist zurzeit das Land mit den am schnellsten steigenden Häuserpreisen. In Sydney zum Beispiel kostet jedes zweite Haus bereits mehr als 450.000 Euro.
Die Nachfrage ist offensichtlich groß: Als außerhalb von Canberra (Ostküste) Grundstücke zum Verkauf angeboten wurden, warteten Interessierte bis zu einer Woche lang bei eisiger Kälte vor Ort – Tag und Nacht!
Wenn ihr zu den Glücklichen gehört, die ein Grundstück in Australien – wenn möglich in Küstennähe – besitzen, dann Gratulation!
Aber allzu lange solltet ihr mit dem Verkauf auch nicht warten (außer natürlich, ihr wollt selbst nach Australien ziehen und ort sesshaft werden – aber das ist eine ganz andere Herausforderung):Erstmals gingen im Mai die Hausverkäufe um 6,4 Prozent im Vergleich zum Vormonat zurück. Auch im Juni stagnierten die Verkäufe. „Warnhinweise gibt es bereits seit mehreren Monaten mit geringeren Gewinnen bei Hausversteigerungen und weniger Kreditvergaben “, erklärte Tim Lawless, Direktor des Marktanalysten RP Data.

Für Steve Keen, Wirtschaftsexperte an der University of Western Sydney, ist es längst nur noch eine Frage der Zeit, bis die Blase platzt. „In Australien wird der Crash noch größer ausfallen als in den USA, weil unsere Privatverschuldung weitaus höher ist“, ist sich Keen sicher.

Weniger pessimistisch sieht das unter anderen Christopher Joye, Direktor der Investmentfirma Rismark International. Er glaubt nicht an einen raschen Preisverfall. „Wachsendes Einkommen und fast eine Vollbeschäftigung werden den Bedarf noch stärken“, sagte Joye gegenüber der Zeitung „The Australian“.
Aber jetzt wieder back to reality: Wir sind nun mal hier in Europa und nicht in Australien. Und sofern wir keine guten Gründe für ein Visum für Australien vorweisen können oder wollen, werden wir uns auch nur als ferne Beobachter mit den Entwicklungen in Down Under auseinandersetzten – wenn überhaupt. Hat ja auch einen Vorteil: Wir stehen nicht vor der Entscheidung, ob wir nun unsere Millionen in ein Grundstück schon jetzt anlegen, oder doch noch ein wenig warten sollen…

Category: Allgemein  | Leave a Comment